Passionsspiele St. Margarethen
26. Mai – 10. Juli 2022
Neue Passion im Steinbruch
Ein Passionsspiel ist schon etwas Besonderes…
Als gelernter Schauspieler weiß der 1973 in Wien geborene Alexander M. Wessely um die Tücken, aber auch um die Chancen jedes Faches am Theater. "Ich selbst bin ja eher der Komödiant, der Gaukler," sagt Wessely, welcher in der Schauspielschule Kraus in Wien 1 studierte und schließlich noch als Theater- Film- und Medienwissenschaftler promovierte, bevor er als – ebenfalls promovierter Theologe – u.a. Militärpfarrer im Burgenland wurde: "Die Leute durch mein Spiel auf der Bühne zum Lachen zu bringen ist für mich das Schönste aus der Welt des Schauspiels." Ist? Ja geht denn der Herr Militärpfarrer heute auch noch auf die Bühne? "Selbstverständlich," sagt Wessely, ohne lange zu überlegen, "in Einpersonenstücken bin ich immer wieder zu sehen, sei es beispielsweise als Schwejk oder als Requisiteuer. Charaktere, mit welchen ich den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, oder sie sogar zum Lachen bringe." Aber auch in ernsten Ein-Mann-Bearbeitungen von Stücken aus der Weltliteratur, wie Hugo von Hofmannsthals "Jedermann", in Goethes "Faust", bei welchem Wessely alle Rollen spielt, oder in den "Letzten Tagen der Menschheit" kann man ihn immer wieder sehen. Stets um Gottes Lohn. "Mit dem, was das Publikum geben möchte, unterstütze ich Sozialprojekte für die ärmsten der Armen," ergänz Wessely, der sich trotz dichtem Terminkalender stets auf Auftritte freut. "Jeder Auftritt ist eine neue Herausforderung, vor allem wenn man 90 Minuten alleine auf der Bühne in Versen spricht, wie bei Faust," lacht Wessely.
Eine besondere Herausforderung werden auch die Passionsspiele von St. Margarethen. Über 300 Akteure auf der Bühne gilt es zu koordinieren, über 70 Sprechrollen müssen so in die Gedankenwelt der Heiligen Schrift eingeführt werden, dass es ein stimmiges und ergreifendes Spiel wird. "Die Passionsspiele sind mehr als ein "normales Bühnenwerk," sagt Wessely, "es ist ein Verkündigungsspiel und darf als solches niemanden kalt lassen." Als gelernter Schauspieler mit Regie- und Filmerfahrung weiß Wessely, dass gerade die Emotionen der Mitwirklenden echt sein müssen, dass das Spiel im Römersteinbruch berührt. "Das erfordert hohe Disziplin bei den Proben," erklärt er. Disziplin, die "seine Schauspielerinnen und Schauspieler" an den Tag legen würden. "Auch bei den durch Corona bedingten virtuell Proben ist das so," schwärmt Wessely.
Auf die Proben im Steinbruch würden sich aber schon alle freuen und letztlich auf die Aufführung der Passion Christi im Römersteinbruch. "Die Passionsspiele werden schon was ganz Besonderes," sagt Wessely. Für ihn würden sich durch diese Aufführungen zwei Welten verbinden, jene des Theaters und jene der Theologie und der Verkündigung, Zwei Welten, die das Leben von Alexander Wessely prägen und sich nun vereinigen würden bei de Passionsspielen von St. Margarethen.