90 Jahre Passionsspiele St. Margarethen
Die Passionsspiele St. Margarethen wurden erstmals 1926 von Pfarrer Josef Kaindlbauer und dem Leiter der Pfarrjugend, dem Jungbauern Emmerich Unger gegründet. Die ersten Aufführungen durch Jugendliche der Pfarre St. Margarethen fanden 1926 noch im Bauernhof der Familie Unger statt.

1929 wurde das Pfarrgemeindehaus, das heutige Haus Bethanien, errichtet, das in den folgenden Spielsaisonen als Spielort dienen sollte. Im Passionsspieljahr 1933 legte die Pfarrgemeinde ein feierliches Gelöbnis ab, die Passionsspiele alle 10 Jahre zur Aufführung zu bringen, "um sich die Gnade für ein neues, erweitertes Gotteshaus zu erwirken sowie zur religiösen Erneuerung der Pfarrgemeinde und des Heimatlandes".

Entsprechend dem Gelöbnis wurde die Passion schließlich 1936, 1946 und 1956 im Pfarrgemeindehaus aufgeführt. Kamen in den ersten Spieljahren die Besucher aus dem Ort und der näheren Umgebung, so konnten 1956 bereits viele Gruppen aus den angrenzenden Bundesländern gezählt werden. Da das Pfarrgemeindehaus für dieses große Publikumsinteresse zu klein wurde, mussten viele Zuseher abgewiesen werden. Dies war der entscheidende Impuls, sich auf die Suche nach einer neuen Spielstätte machen. 1957 erhielten die Passionsspieler eine ehrenvolle Einladung nach Mariazell, wo sie zum Anlass der 800-Jahr-Feier der Gnadenbasilika eine Woche lang täglich die Passion mit großem Erfolg aufgeführt haben. 1958 wurde mit dem Erweiterungsbau der Pfarrkirche begonnen, die Fertigstellung erfolgte 1965.
Impressionen 1926 - 1957
seit 1961 im Römersteinbruch
Auf Anregung des Gründers des 1. internationalen Bildhauersymposions im Steinbruch St. Margarethen, Karl Prantl, übersiedelten die Passionsspiele 1961 in die einzigartige Naturkulisse des Römersteinbruchs. Um die notwendigen Investitionen in die Freilichtbühne schnell decken zu können, wurde auch 1962 gespielt. Seither finden die Aufführungen alle 5 Jahre statt.
Im Römersteinbruch erleben die Besucher ein unmittelbares, beinahe wirklichkeitsnahes Miterleben der Passionsspiele.

Die Darstellung der Passion erfolgt ausschließlich durch Laienspieler, die aus allen Alters- und Berufsschichten kommen.
Seit 1961 stieg die Zahl der Mitwirkenden kontinuierlich von 300 auf 600 an. Auch die Zahl der Besucher steigerte sich von 20.000 auf beeindruckende 70.000 im Jahre 2006. Der Zuschauerraum wurde von 1.500 auf 3.500 Sitzplätze erweitert.
Die seit 1996 jährlich im Steinbruch stattfindenden Opernfestspiele machten 1999 eine Generalsanierung des Zuschauerbereiches notwendig. Die unbequemen Holzbänke mit 3.500 Sitzplätzen wurden durch 4.700 komfortable Metallklappsitze ersetzt.
Impressionen ab 1961
In den letzten Jahren investierte der Eigentümer des Steinbruches, die Privatstiftung Esterhazy, ca. 10 Mio. Euro in das Festspielgelände. Neben dem barrierefreien Abgang wurden die Infrastruktur, die Sanitäreinrichtungen, der Gastronomiebereich sowie der Bereich hinter der Bühne neu gestaltet und auf den aktuellen Stand der Technik gebracht.